"Ganz entspannt zum Tierarzt"

Ein Tierarztbesuch mit Ihrem Liebling ist aus der Sicht Ihres Tieres entbehrlich. Die Herausforderung beginnt bereits mit dem Verfrachten des Tieres in eine Transportbox. Ist diese Hürde genommen, folgt zumeist eine unter Protestlauten begleitete
Autofahrt, um dann letztendlich in einem mit fremden Artgenossen gefüllten Warteraum - eingesperrt in einem Transporter - zu warten. Die ungewohnte Umgebung, die fremden Gerüche sind unheimlich und machen Angst - der Tierarzt sowieso.
Dabei gibt es etliche Tricks, wie sich der Tierarztbesuch für beide Seiten angenehmer gestalten lässt:

1.) In der Ruhe liegt die Kraft:
Als Tierbesitzer kann so ein Tierarztbesuch auch eine psychische Herausforderung sein - schließlich machen Sie sich Sorgen um Ihren Liebling! Am besten helfen Sie Ihrem Liebling, wenn Sie entspannt, aber bestimmt sind und ihm das Gefühl geben, ein Team zu sein.
Wenn Sie aus früheren Tierarztbesuchen die Erfahrung gemacht haben, daß Ihr Liebling vor lauter Angst aggressiv reagiert, teilen Sie das bitte Ihrem Tierarzt mit, damit er entsprechend vorsichtig agiert bzw. Vorsichtsmaßnahmen treffen kann.

2.)Der richtige Transportbehälter:
Weidenkörbe zum Transport für Katzen sind zwar sehr hübsch, nur wenn sich Ihre Samtpfote beim Herausnehmen aus dem Körbchen, zum Minilöwen entwickelt, bleiben Kratzer oder sogar Bisse bei der relative kleinen Öffnung nicht aus. Am besten sind Transporter, die sich sowohl von vorne als auch von oben öffnen lassen bzw. sich die Oberschale problemlos abheben lässt - dann kann Ihr Liebling zumindestens teilweise in seinem Körbchen sitzen bleiben.

3.)Transportbox als Schlafhöhle:
Sie können der Transportbox den Schrecken nehmen, indem Sie sie schon Tage zuvor - oder überhaupt auf Dauer als Ruhemöbel für Ihre Katze im Wohnbereich aufstellen. Legen Sie eine weiche Decke hinein, ein Lieblingsspielzeug und fertig ist die Kuschelhöhle. Lassen Sie Ihrer Katze Zeit und belohnen Sie sie, wenn sie hineingeht.

4.) Übung macht den Meister:
speziell bei Hunden kann man mit ein paar geübten Handgriffen, die Angst vor ungewohnten Berührungen nehmen: beispielsweise, wenn Sie von klein auf üben, die Ohren berühren und hineinschauen zu dürfen - das erleichtert später einmal die Ohrenuntersuchung ungemein! (P.S: Wattestäbchen haben im Ohr nichts verloren!) Oder ziehen Sie mit Daumen und Zeigefinger die Lefze nah oben, sodaß Sie die Zähne und Zahnfleisch betrachten können. Nehmen Sie die Pfoten in die Hand und tasten Sie den Ballen ab und kontrollieren Sie die Krallen. Beim Fell streicheln Sie Ihrem Liebling von vorne nach hinten und achten dabei auf Krusten, Schuppen, Knötchen, etc. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn sich Ihr Liebling diese Übungen nicht gleich gefallen lässt - geben Sie sich und Ihrem Tier Zeit und belohnen Sie es, wenn eine Übung gelingt!

Ich für meine Teil versuche mit einem angenehmen Ambiente, kurzen Wartezeiten und der für Ihren Liebling nötigen Zeit und Einfühlungsvermögen den Tierarztbesuch so angenehm wie möglich zu gestalten. Ein Leckerli danach lässt so manchen Hund gerne schwanzwedelnd wiederkommen:).


Ihre Tierärztin
Brigitte Filip











 
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